"Wenn einmal in fernen Tagen, sein Name wird genannt,
wird so mancher sagen: Auch ich habe ihn gut gekannt."
* 09.12.1916
† 05.09.2002
Diese Worte aus einem bekannten alten Lied treffen voll und ganz auf Karl Frettlöh zu.
Wer seinen Namen hört und ihn gekannt hat, wird in erster Linie an das Erndtebrücker Tambourcorps, aber auch gleichermaßen an den Turn- und Sportverein, an den Ortsheimatverein sowie an den Verein zur Förderung der Patenschaft zwischen der Gemeinde Erndtebrück und der französischen Stadt Bergues denken.
Sein vorrangiges Hobby war jedoch bis zuletzt das Spielmannszugwesen. Karl Frettlöh trat selbst bereits 1932 in das damalige Erndtebrücker Tambourcorps ein. Viele Jahre war er als Trommler und zum Schluss als Beckenspieler aktiv. Anfang des Jahres konnte er auf seine 70-jährige Mitgliedschaft zurückblicken. Davon fungierte ,,Onkel Karl", wie er von den Spielmannszugkameraden genannt wurde, 28 Jahre als Abteilungsleiter.
Als es nach dem zweiten Weltkrieg galt, das Spielmannszugwesen wieder neu zu beleben, hat er gemeinsam mit Karl und Wilhelm Afflerbach, Willi Georg, Ludwig Marburger, Erich Imhof, Walter Herling, Ernst und Ewald Rothenpieler sowie Hermann Völkel bei der Neugründung des Erndtebrücker Tambourcorps im Jahre 1949 mit Begeisterung und Tatkraft mitgewirkt. Zu jener Zeit war noch keiner auf Rosen gebettet. Die Nachkriegszeit war noch nicht überwunden und es musste vieles improvisiert werden. Idealismus war gefragt und diesen brachte Karl Frettlöh gemeinsam mit seinen früheren Kameraden in den Wiederaufbau und die stetige Weiterentwicklung des nach und nach wieder erfolgreichen Tambourcorps ein.
Unter seiner Führung, mit Unterstützung der Übungsleiter von Siegfried Hartmann, Helmut Seelbach, Erhard Schneider bis Manfred Dreisbach und Bernhard Schön, Manfred Helmer, Helmut Klaus und Karl-Heinz Torno im Vorstand, konnte zweimal der 2. Platz beim Deutschlandpokal in Alsfeld und die Europäische Vizemeisterschaft in Pardubice errungen werden.
Das Kartoffelbraten der Wittgensteiner Spielmannszüge war seine Idee und diese wird von Jahr zu Jahr durch einen anderen Spielmannszug fortgesetzt. Selbst in hohem Alter sahen die jungen Sportler u.a. die beiden Freunde „Battenfelds Hermann und Kiffersch Karl“ auf der Baustelle der durch Brand zerstörten Turnhalle. Er war nicht nur Trommler, sondern darüber hinaus auch Organisator und Mittelpunkt, der den Spielmannszug stets zusammengehalten hat.
In Anerkennung seiner großen Verdienste um das Erndtebrücker Spielmannszugwesen wurde Karl Frettlöh Ehrenmitglied des Turn- und Sportvereins und Ehrenabteilungsleiter des Tambourcorps. Er wurde mit zahlreichen Auszeichnungen des Vereins, des Siegerland Turngaues, des Westfälischen und Deutschen Turnerbundes sowie des Volksmusikerbundes NRW bedacht.
Sein Interesse galt aber nicht nur dem Tambourcorps. Er war auch noch engagiert im Ortsheimatverein und hatte auch noch maßgeblichen Anteil am Zustandekommen der partnerschaftlichen Beziehungen zwischen der nordfranzösischen Stadt Berges und seiner Heimatgemeinde.
Mit seiner gewinnenden Art, seinem großen Einsatz und seinem Geschick bewegte er vieles.
In Würdigung seiner Verdienste beim Aufbau des Gemeinwesens wurde Karl Frettlöh im Jahre 1987 durch den Bundespräsidenten Richard von Weizsäcker mit dem Bundesverdienstkreuz am Bande ausgezeichnet.
Karl Frettlöh hat seinen langen Lebensweg, der zuletzt von einer schweren Erkrankung geprägt war, am 5. September 2002 in seiner Heimatgemeinde Emdtebrück vollendet.
Mit seinem Tod verlässt uns ein Mann, dem man über sein Grab hinaus ein ehrendes Gedenken bewahren wird. Die Kameraden des Tambourcorps Erndtebrück haben ihm viel zu verdanken.
Per aspera ad Astra - Auf rauhen Pfaden zu den Sternen.
Emdtebrück, im September 2002
